Einsamkeit: Mehr soziale Medien, weniger soziale Kontakte 5 months ago

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Information

Einsamkeit – mehr als die Hälfte der Deutschen hält sie für ein großes Problem. In Großbritannien gibt es inzwischen sogar ein Einsamkeitsministerium. Und auch ihr interessiert euch sehr für das Thema und habt mit 54 Prozent der Stimmen für „Einsamkeit“ als Thema der Community Edition gestimmt. Lisa hat deshalb die 18-jährige Toni besucht. Sie war eine der wenigen, die vor der Kamera offen über ihre Einsamkeit sprechen wollten. Seit ihre beste Freundin zurück nach Frankreich gezogen ist, sitzt Toni nach der Schule oft stundenlang vor YouTube-Videos und weiß nicht, wie sie ihre Freizeit anders verbringen soll - Einsamkeit ist nämlich nicht gleichbedeutend mit Alleinsein.

Allein zu sein ist ein objektiver Zustand. Wenn man als einzige Person in einem Raum ist, ist man dort allein. Wer allein ist, fühlt sich aber nicht zwingend einsam. Ob Menschen gerne oder ungern allein sind, ist nämlich individuell unterschiedlich.

Einsamkeit hingegen ist keine Tatsache, sondern das subjektive, negative Gefühl, dass die eigenen sozialen Beziehungen nicht ausreichen. Auch wenn man nicht allein ist, kann man sich einsam fühlen. So geht es auch Toni. Selbst wenn sie von anderen umgeben ist, fühlt sie sich manchmal einsam.

Sie beschreibt dieses Gefühl als Leere. Und sie sagt: “Social Media verstärkt diese Einsamkeit.“ Tatsächlich gibt es eine Studie der Uni Pittsburgh, die darauf hinweist, dass es einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von sozialen Netzwerken und dem Gefühl von sozialer Isolation gibt. Hierbei ist nicht ganz klar, ob einsame Menschen mehr Zeit auf Social Media verbringen, weil sie einsam sind oder ob sie sich durch die viele Zeit, die sie auf Social Media verbringen, einsamer fühlen. Toni hat den Eindruck, dass bei ihr beides der Fall ist und möchte etwas an ihrem Leben ändern: neue Kontakte aufbauen, weniger Zeit alleine zu Hause verbringen! Ihr Social-Media-Verhalten kontrolliert sie per App und für das Knüpfen von Kontakten hat sie sich digital bei einem Sprachtreff angemeldet. Sie nutzt also die Netzwerke jetzt für analoge Kontakte und hofft darauf, dass sie dort nette Menschen kennenlernt und auch langfristige Beziehungen aufbauen kann.

Einsamkeit ist keine Krankheit, aber soziale Isolation kann krank machen. Wenn ihr (anonym) mit jemandem sprechen wollt, könnt ihr euch rund um die Uhr an die Telefonseelsorge wenden: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Falls ihr unter Depressionen leidet, könnt ihr euch an das kostenlose Info-Telefon Depression wenden: 0800 334 4 533. Sprechzeiten: montags, dienstags, donnerstags: 13:00-17:00 Uhr und mittwochs und freitags: 08:30-12:30 Uhr. Hilfe findet ihr auch unter www.deutsche-depressionshilfe.de.

Link zur Studie der Uni Pittsburgh:
https://www.researchgate.net/publication/314258481_Social_Media_Use_and_Perceived_Social_Isolation_Among_Young_Adults_in_the_US

Musik:
Neonschwarz - Fliegende Fische
Christian Löffler - Mosaic
Christian Löffler - Youth

Team: Lisa Altmeier, Sarah Sanner, Tobias Reckmann, Svea Celine Wenderoth

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